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Malteser Frankfurt

Katastrophenschutz-Großübung Frankopia jährt sich bereits zum 11. Mal

Bewährungsprobe für Haupt- und Ehrenamt

01.10.2018
Fotos (c) Malteser, Gerhard Seeger, Barbara Bermuth

Frankfurt. Ein Rückblick in die Schulzeit: Man sitzt im Unterricht, lauscht je nach Fach mehr oder minder interessiert den Worten des Lehrers – und dann schrillt plötzlich der Feueralarm. Sofort geht der Puls hoch und man überlegt fieberhaft: Wie war noch mal der Rettungsweg? Wo ist der Treffpunkt? Und vor allem: Ist das jetzt echt oder eine Übung?

So oder ähnlich werden sich die rund 450 haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr Frankfurt, des Technischen Hilfswerks (THW), des Malteser Hilfsdienstes (MHD), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Arbeiter Samariter Bundes (ASB), der Johanniter Unfall Hilfe (JUH) und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am 29 September gefühlt haben, als sie bei der Katastrophenschutz-Übung Frankopia gemeinsam für den Ernstfall trainierten. Denn mit Ausnahme der Organi-satoren, kannten die teilnehmenden Helfer der Hilfsorganisationen die Szenarien vorher nicht, die sie per Funk von der Übungsleitstelle durchgegeben bekommen und mussten situativ reagieren und gemeinsam handeln.
Der stellvertretende Amtsleiter der Branddirektion Frankfurt am Main, Thomas Jackel, dankte vorab allen Einsatzkräften für ihre Bereitschaft an der Übung teilzu-nehmen oder sich um die Organisation zu kümmern.

Reale Einsatzbedingungen für Haupt- und Ehrenamt
Das pädagogische Ziel hinter Großübungen wie diesen beschreibt Johannes Pranghofer, Übungsleiter und Projektleiter am Malteser Bildungszentrum HRS, der die Übung gemeinsam mit dem Ortsverband des Technischen Hilfswerkes und dem Kreisfeuerwehrverband Frankfurt organisierte, so: „Wir wollten echten Stress für die Teilnehmer unter realen Bedingungen erzeugen und so prüfen, ob die Zusammen-arbeit im Notfall klappt. Das ist uns gelungen.“
Veith Bosenbecker, Sachgebietsleiter Gefahrenabwehrplanung und Katastrophen-schutz bei der Branddirektion Frankfurt am Main dankte den eingesetzten Einsatz-kräften für ihr Engagement bei der Übung. „Das Vorgehen der einzelnen Einheiten lies zu keiner Zeit den Eindruck erwecken, dass es sich nur um eine Übung handelte. Die Motivation der Einsatzkräfte war deutlich zu spüren“, sagte Bosenbecker. Weiterhin dankte er den Planern der Übung. Die Vorbereitungen zur Übung Frankopia wurden ausschließlich durch ehrenamtliches Personal durchgeführt.
Wie in den letzten Jahren auch, waren unter den Helfern neben „alten Hasen“ auch neue, für die Frankopia der erste Test unter Realbedingungen war. Das trifft auch auf die Notfallsanitäter-Auszubildenden des Malteser Bildungszentrums Hessen/Rhein¬land-Pfalz und Saarland zu, die sich an diesem Tag bei einer Großschadenslage bewähren und ihr gelerntes Wissen praktisch anwenden durften.

Mit Ausnahme des Führungsdienstes kamen alle Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem ehrenamtlichen Bereich. Zusätzlich waren Freiwillige Feuerwehren mit logistischen Aufgaben betraut oder haben die Übungsdarstellung übernommen.

Katstrophenschutz in einer Großstadt
Die Freiwillige Feuerwehr Frankfurt am Main ist ein integraler Bestandteil des Brandschutzes und der Hilfeleistung in Frankfurt am Main. Die rund 900 ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen leisten in der Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit in der Stadt.
Das Technische Hilfswerk ist in Frankfurt ebenfalls ein fester Bestandteil des Katas-trophenschutzes. Durch die Lage in einer Metropole gestaltet sich die Arbeit für den Ortsverband besonders interessant und facettenreich. Mit der Katastrophenschutz-übung Frankopia, haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des THW Ortsverbandes Frankfurt, die Möglichkeit zusammen mit anderen Organisationen Großschadens-lagen gemeinsam zu meistern.
Die Struktur des THW ist weltweit einmalig: Organisatorisch gehört das THW als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Jedoch sind nur ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig. 99 Prozent der THW-Angehörigen arbeiten ehrenamtlich im THW. Sie sind Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not kompetent und engagiert Hilfe zu leisten.

„Aus Sicht der Feuerwehr verlief die Übung gut und zielführend. Die durchgeführten Maßnahmen sowie die Kommunikationswege waren stimmig und führten zu einem positiven Übungsergebnis“, fügte Bosenbecker in einer abschließenden Besprechung mit den Abschnitts- und Einheitsführern hinzu.

Weitere Informationen

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